Archiv für den Monat: Dezember 2013

Nadelöhr beseitigt

Nadelöhr 1

In oben abgebildetem Bereich (blaue Linie) gab es immer wieder Schwierigkeiten mit abgekuppelten oder gar entgleisten Waggons. Diese Stelle ist generell als kritisch zu bezeichnen, weil sie sich im Übergang vom Gefälle zu 0 befindet. Ich habe mich daher entschlossen, diesen Bereich zu entschärfen. Dazu waren kleinere Umbauten an der Elektrik nötig. Auch wurde der Zugangsbereich zum hinteren Teil der Anlage verkleinert.

Nadelöhr 2

Dafür gibt es jetzt mit dieser Streckenführung keine Probleme mehr. Der Bereich kann ohne diverse Störungen durchfahren werden.

Widerstandsachsen

Belegtmelder nach dem Strommeßprinzip machen den Einsatz von Widerstandsachsen erforderlich.

Widerstandsachsen

Belegtzustände von Gleisen werden heute auf einer modernen Modellbahnanlage in der Regel dadurch ermittelt, dass in der Versorgung der Gleise eine Elektronik den zum Gleis fließenden Strom misst. Jeder auf dem Gleis befindliche Stromverbraucher erzeugt einen solchen Stromfluss. Solche Stromverbraucher sind z.B. die Loks und die beleuchteten Wagen. Ein komplett beleuchteter Schnellzug wird einen Belegtabschnitt so lange als belegt melden, bis der letzte Wagen den Abschnitt verlassen hat. Was aber nun tun bei einem unbeleuchteten Güterzug? Damit auch diese Züge den Belegtzustand ordnungsgemäß rückmelden, muss zumindest der letzte Waggon mit Widerstandsachsen ausgestattet sein. Bei Widerstandsachsen werden die Radsätze, die beim 2-Leiter-System zwischen der linken und der rechten Radscheibe isoliert sind, überbrückt. Dies bewirkt, dass ein Strom fließen kann, der wiederum zum ansprechen des Gleisbelegtmelders führt.

Zur Erreichung dieses Zieles gibt es mehrere Möglichkeiten.

Widerstandsachsen

Die bequemste und eleganteste Art sind sicher die im Fachhandel (Roco) erhältlichen Widerstandsachsen, welche nur gegen die Originalachsen ausgetauscht werden müssen. Die Roco-Widerstandsachsen haben z.B. einen Widerstandswert von 18kOhm. Damit eine verlässliche Belegtmeldung erfolgt müssen pro Wagen zwei solcher Achsen vorhanden sein. Leider ist es so, dass die Belegtmeldemodule der einzelnen Hersteller auf verschiedene Empfindlichkeiten reagieren.
Nachteil dieser Lösung ist der sehr hohe Preis der Widerstandsachsen.

Widerstandslack

Widerstandslack, in welchem leitfähige Pigmente enthalten sind, ist im Elektronikfachhandel in kleinen Fläschchen erhältlich. Der Stromfluss wird dadurch erreicht, dass der Lack von der Achse, die meist aus Metall besteht, über den isolierten Teil bis zum metallenen Radkranz aufgetragen wird. Diese Methode ist sehr aufwändig, weil durch mehrmaliges Auf- bzw. Abtragen des Lackes der erforderliche Widerstand erarbeitet werden muss. Dazwischen müssen jeweils Trockenphasen abgewartet werden. Genaue Werte sind bei dieser Methode schwer zu erreichen. Ein zu niedriger Widerstandswert kann zum schmelzen der Isolation führen und im schlimmsten Fall sogar zu einem Abfackeln des Wagens.

Graphit-Spray

Graphit ist sehr hochohmig und wird ebenfalls wie der Widerstandslack verarbeitet. Der Graphit-Spray ist im Elektronikfachhandel und bei einzelnen Digitalherstellern erhältlich. Für die Bearbeitung können so genannte Q-Tipps verwendet werden. Sprühen sie den Q-Tipp mit dem Spray ein und überstreichen Sie damit die Isolation an der Wagenachse. Auch hier gilt, nach dem Trocknen messen und gegebenenfalls den Vorgang wiederholen. Dies muss gemacht werden, bis der Widerstandswert stimmt. Graphit kann mit handelsüblicher Verdünnung auch wieder entfernt werden.

SMD-Widerstände

Es können Widerstände mit einem Widerstandswert zwischen 10kOhm und 18kOhm verwendet werden (eigene Versuche machen; Abhängig vom Fabrikat des Belegtmelders). Die SMD Widerstände werden mit einem Sekundenkleber an einer Isolierbuchse so angeklebt, dass der Bauteil nach Möglichkeit mit einer Kontaktfläche auf der Achse aufsteht und der andere Kontakt möglichst nahe an den Radkranz heran reicht (etwas schräg). Wer mehr Aufwand betreiben will, kann einen Teil der Kunsstoffisolierung so schleifen, dass der Widerstand mehr Klebefläche hat.
Nach dem Aushärten des Klebers kommt auf jede Kontaktstelle ein Tropfen Silberleitlack damit so die Verbindung mit dem Metall hergestellt wird. Aber Vorsicht: Die beiden leitenden Seiten des Widerstandes dürfen sich nicht mit Silberleitlack verbinden. Nach ca. 2 Stunden ist der Lack getrocknet und dann ist der Widerstandswert messbar.
Bei Achsen mit zwei isolierten Rädern und bei Kunststoffachsen muss die Achse mit Silberleitlack überbrückt werden.
Die Lösung mit den SMD-Widerständen ist die beste Lösung, weil der Widerstandswert im Vorhinein feststeht und die langwierige Probiererei entfällt.

SMD Widerstand geklebt

SMD mit Silberleitlack

Sonstige Lösungen

Eine einfache Lösung besteht bei 2-achsigen Drehgestellen darin, dass beide Achsen mit einem entsprechenden Widerstand überbrückt werden. Wichtig ist, dass die beiden Achsen sich verkehrt herum im Drehgestell befinden.

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Eine weitere Lösung besteht darin, dass in das Drehgestell ein Stromabnehmer eingebaut wird. Entsprechende Stromabnehmer liefert z.B. die Fa. ESU (Art. Nr. 50707). Diese werden auf das Drehgestell geklebt. Die beiden Seiten werden dann mit dem entsprechenden Widerstand verbunden.

Stromabnehmer ESU

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Nach meiner Erfahrung sind ist je nach Ausführung des Fahrzeuges die geeignetste Methode anzuwenden. Die modernen Fahrzeuge sind teilweise auch was den Unterbau betrifft so filigran ausgearbeitet, dass es schwierig ist, einen Platz für einen Widerstand zu finden.

Ein unverzichtbares Hilfsmittel bei dieser Arbeit und bei Ihrer Modellbautätigkeit generell ist ein Multimeter. Schließlich müssen Sie den richtigen Widerstandswert messen können. Günstige Multimeter mit guter Leistung erhalten Sie in der Regel im Elektronikfachhandel.