Die Steuerung

Trotz langjähriger, sehr guten Erfahrungen mit der Digitalsteuerung von ZIMO und dem Steuerungsprogramm STP bin ich Ende 2001 auf das „NMRA-DCC-Digital-System“ umgestiegen.

Ein Umstieg war erforderlich, weil es für mein ZIMO-System (altes Datenformat) wichtige Komponenten nur noch auf dem Gebrauchtmarkt gibt, und ich gleichzeitig mit einem „offenen“ System weitermachen wollte. Letzteres war dann auch der Grund, weshalb ich mich für die Intellibox der Fa. Uhlenbrock entschieden hatte.

Bei der Fa. Littfinski Daten Technik habe ich dann die meinen Wünschen entsprechenden Komponenten wie Weichendecoder, Rückmeldemodule, Gleisbesetztmelder usw. gefunden. Wichtig für meine Entscheidung war, dass die Baugruppen robust sind, neuester Technik entsprechen und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Dazu kommt, dass die Komponenten von LDT aus der Digital-Profi-Serie offensichtlich sehr gut mit der Intellibox und Railware zusammenarbeiten.

Die Wahl der geeigneten Software stellte sich als ungemein schwieriger dar. Überzeugt, dass das Steuerungsprogramm STP das beste Programm auf dieser Ebene ist (leider ist es nur für das ZIMO-System konzipiert), galt es, etwas annähernd Gleichwertiges zu finden.

Gesucht war ein Programm, welches:

  • sämtliche Steuerungsaufgaben vom PC aus erlaubt (Anlagen- und Fahrzeugsteuerung, zusätzliche Komponenten, wie z.B. Kran, Videowagen usw.)
  • Hand- und Automatikbetrieb (halb-, vollautomatisch und auch beides gleichzeitig) zulässt
  • die Zugbeeinflussung automatisch regelt
  • Zugerkennung und lückenlose Zugüberwachung ermöglicht
  • Block- und Schattenbahnhofssteuerung integriert hat
  • ein vollwertiges Gleisbildstellwerk auf dem Monitor darstellen kann
  • gewährleistet, dass die Software aktuell ist und weiterentwickelt wird.

Während der Suche im Internet und nach Prüfung der einzelnen Programme musste ich feststellen, dass nur noch wenige diese Kriterien erfüllen konnten. Am Schluss standen noch Railware und Railroad zur engeren Auswahl. Beide Programme erfüllten den aufgestellten Fragenkatalog. Wegen der gewohnten Optik des Gleisbildes (ähnlich STP) und des ansprechenden Internetauftrittes hatte ich mich dann im Frühjahr 2002 für Railware entschieden. Ein Fehler, wie ich mir heute rückblickend eingestehen muss. Dies vor allem aus zwei Gründen:
1. Noch mitten in der Einarbeitungsphase stehend, erschien die neue Version 4.xx, die wesentliche Neuerungen und Verbesserungen versprach. Natürlich wollte ich meine Zeit in eine zukunftsweisende Software investieren. Durch die neuerliche Einarbeitungsphase verging aber sehr viel Zeit, in der ich mich nicht dem Weiterbau meiner Anlage widmen konnte.
2. Vermutlich durch das Einarbeiten von neuen Funktionen in das bestehende Programm schlichen sich Fehler ein, die einem ordnungsgemäßen Betriebsablauf im Wege standen. Die Dokumentation, soweit überhaupt vorhanden, war teilweise widersprüchlich, sodass es für mich als Anfänger unmöglich war, die Probleme in den Griff zu bekommen. Es erschien dann zwar ein Update nach dem anderen, was zu einem ständigen Auf und Ab führte. Teilweise lief der Betrieb besser, dann tauchten wieder neue Probleme auf.

So verging über ein halbes Jahr, bis der Betrieb auf meiner Anlage – mit einer Ausnahme – funktionierte. Es kam immer wieder vor, dass sich verschiedenste Weichen zwar im Gleisbild, aber nicht auf der Anlage umstellten. Leider trat dieser Effekt in meinem Fall fast ausschließlich in den beiden Schattenbahnhöfen bei den Ausfahrweichen auf. Kurzschlüsse waren an der Tagesordnung. Ich hielt mich mehr unter der Anlage auf, als dass ich mich an den fahrenden Zügen erfreuen konnte. Dass neben dem rollenden Material auch mein Kopf und mein Rücken darunter litten, sei hier nur am Rande bemerkt. Selbst die Anschaffung eines Boosters, eine fast gänzliche Erneuerung der Verkabelung, der Austausch von Weichenantrieben hat nichts gebracht. Das Problem bestand weiterhin. Das Auffallende und gleichzeitig Irritierende war, dass dieser Fehler nur im Automatikbetrieb auftrat. Wurde die Stellung der Ausfahrweichenstrassen händisch ausgelöst, war alles o.k. In mir wuchs die Überzeugung, dass die Ursache in der Software liegen musste. Leider wollte bei der Fa. Railware dies niemand zur Kenntnis nehmen.

Um Gewissheit zu erlangen entschloss ich mich im September 2003 mich mit der Steuerungssoftware TrainController (besser bekannt unter Railroad & Co) zu beschäftigen. Bereits nach vier Wochen war ich soweit eingearbeitet und die Anlage eingerichtet (Gleisbild erstellt, Anlagen-, Lok- und Zugsdaten eingeben), dass der Vollbetrieb aufgenommen werden konnte. Der Erfolg war verblüffend und absolut erfreulich. Selbst während ausgiebiger Tests mit gleichzeitiger Ausfahrt der Züge aus allen 3 Bahnhöfen ist es mir bis heute nicht gelungen, den Fehler zu provozieren. Nachdem an der Hardware, der Verkabelung, den Weichen usw. absolut nichts verändert wurde, stand für mich fest, dass der Fehler in der Software liegen muss.

Aufgrund dieser Feststellung und der Tatsache, dass die Anlage mit TrainController bereits in den Anfangstagen absolut stabil lief, war der Entschluss schnell gefasst – in Zukunft werde ich meine Modellbahnanlage mit TrainController (www.freiwald.com) steuern.

Die bisherigen Erfahrungen sind durchwegs positiv. Das Programm ist logisch und modular aufgebaut. Es setzt daher dem kreativen Anwender kaum Grenzen. Für mich persönlich erfüllt TrainController das wichtigste Kriterium – der Zugbetrieb auf meiner Anlage funktioniert.

Hier noch einige grundsätzliche Betrachtungen zur Modellbahn-Steuerungssoftware:
Diese Programme sind sehr komplex aufgebaut und bieten umfangreiche Funktionen an. Wer sich für die Steuerung seiner Anlage mittels PC entscheidet, sollte sich im Klaren sein, dass er in der Einarbeitungsphase verhältnismäßig viel Zeit investieren muss. Systematisches und ruhiges Vorgehen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg. Das beginnt mit dem intensiven Studium der Handbücher, geht über Tests mit einfachen Beispielen und endet mit der exakten Einrichtung der eigenen Anlage. Wer sich konsequent durcharbeitet wird dafür belohnt mit einer Spielwiese voll von ungeahnten und faszinierenden Möglichkeiten. Es lohnt sich!

 

TrainController Version 5.0 der Fa. Railroad & Co – Ein erster kurzer Erfahrungsbericht

Nach sehnsüchtigem Warten wurde TrainController 5.0 am 21.02.2004 zum Download freigegeben. Obwohl das deutsche Handbuch noch nicht erschienen ist, musste ich mich natürlich gleich ans Werk machen. Heute, rund eine Woche später, ist der Umstieg geschafft, und die ersten Tests verliefen absolut zufrieden stellend und erfolgreich. Erfolgreich ist für mich ein Test dann verlaufen, wenn der Betrieb mit mindestens 4 Zügen (meistens sind mehr in Aktion) mindestens 30 Minuten automatisch läuft, ohne dass ich einmal eingreifen muss.

Das erste positive Erlebnis stellte sich bereits bei der Installation ein. Diese funktioniert auf Anhieb. Das Programm habe ich in ein neues Verzeichnis kopiert, damit ich notfalls auf die alte Version umsteigen kann (inzwischen gelöscht, weil nicht mehr notwendig!)

Trotz meiner großen Skepsis habe ich sämtliche Anlagendaten (Stellwerk, Weichenstrassen, Kontakte, Blöcke, virtuelle Melder usw.) durch Migration aus Version 4.7 übernommen. Das Zeichnen des Blockdiagrammes (ist neu in Version 5.0) war ein Kinderspiel, zumal die Blöcke für die Erstellung des Blockdiagrammes durch die Migration bereits zur Weiterverarbeitung zur Verfügung standen. Wichtig: Durch die teilweise Drehung der Blöcke müssen die Brems- und Haltemelder unbedingt auf ihre Lage überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Aufgrund des neuen Konzeptes der Version 5.0 konnte ich gegenüber der Version 4.7 einige Blöcke einsparen, d. h. Blöcke sind ausschließlich dort vorhanden, wo aus betriebstechnischer Sicht gehalten werden muss (Abstellgleise, Bahnhofsgleise und Blockstrecken). Die Anzahl der Blockstrecken in der Paradestrecke wurde ebenfalls reduziert, sodass Zugfahrten nunmehr flüssiger ablaufen, weil der lästige „Zieharmonikaeffekt“ weitestgehend reduziert werden konnte. (siehe Fotos im Fototeil)

Zuletzt erfolgte das Einrichten der Zugfahrten. Hier begann dann das große Staunen. Den gewohnten und erforderlichen Betriebsablauf konnte ich mit nur wenigen Zugfahrten erreichen. Dies ist sicherlich der augenscheinlichste Vorteil des neuen Konzeptes. Das umständliche Eintippen von Strecken und Zugfahrten fehlt gänzlich. Mit Hilfe des VISUELLEN FAHRDIENSTLEITERS werden mit wenigen Mausklicks im Blockdiagramm die erforderlichen Zugfahrten eingerichtet. Wer es noch einfacher braucht, bedient sich einer weiteren neuen Funktion in 5.0 – des AUTO TRAINS. Vereinfacht gesagt: Im Blockdiagramm Startblock und Zielblock anklicken, die Richtungen vorgeben, und Auto Train sucht sich in Sekundenschnelle einen passenden Weg durch das Labyrinth der Anlage. Diese Zugfahrt abspeichern, gegebenenfalls nachbearbeiten – fertig. Selbstverständlich kann mit dieser Zugfahrt auch während des regulären Betriebes ein Zug spontan von A nach B gefahren werden, ohne dass vorher eine Zugfahrt definiert werden muss.

Hier könnte sich ein neuer Sport bzw. Wettbewerb unter den Anwendern von TrainController entwickeln: Wieweit kann ich die Zugfahrten reduzieren, ohne den Betriebsablauf einzuschränken? Oder anders: Wer erreicht mit der geringsten Anzahl an Zugfahrten einen vorgegebenen Betriebsablauf?

Einen sehr großen Vorteil in Version 5.0 finde ich das neue Richtungsmanagement des Blockplanes. Ich denke, viele Verständnis- und Konfigurationsprobleme sind damit aus der Welt geschafft.

Es macht auf jeden Fall riesigen Spaß die Anlage mit dem neuen TrainController einzurichten und vor allem zu steuern. Sämtliche Arbeitsschritte sind heute in wesentlich kürzerer Zeit zu bewerkstelligen. Der Komfort dabei ist kaum zu überbieten.

Ich hatte in der Vergangenheit bereits mit zwei anderen Steuerungsprogrammen über einen längeren Zeitraum gearbeitet. Im Vergleich muss ich sagen, dass TrainController der Fa. Railroad & Co für mich derzeit die beste Modellbahn-Steuerungssoftware ist, für die darüber hinaus ein ausgezeichneter Support geleistet wird.

Wenn man bedenkt, dass die Version 5.0 am Anfang eines neuen Konzeptes steht, darf man gespannt sein, was künftige Versionen noch alles an Überraschungen bieten werden.

 

Railroad & Co – Version 5.8

Nach der Version 5.5 wird zwischenzeitlich von Railroad & Co die Version 5.8 angeboten. Diese Version trägt den Zusatz „TrainController Profi Plus-Paket“. Das ProfiPlus-Paket, welches hauptsächlich aus Wünschen der Anwender entstanden ist, enthält mehr als 50 neue Funktionen, Erweiterungen und Verbesserungen von TrainController und würde daher eher die Versionsnummer 6.x verdienen.

Die herausragendsten Neuerungen sind:

  • Das neu konzipierte Signalsystem, welches nun auf einfache Weise das Einrichten einer vorbildgerechten Signalisierung ermöglicht. Mit den neuen Hilfsmitteln gibt es keine Situation, die nicht dargestellt werden könnte.
  • Der Objekt Explorer – ein professionelles Daten-Management (ähnlich aufgebaut wie der gewohnte Mikrosoft Windows Datei-Explorer). Diese Funktion hilft den überblick auch bei größeren Anlagen zu wahren.
  • Vielfältige Möglichkeiten von Ausdrucken: Es können jetzt umfangreiche und detaillierte Ausdrucke sämtlicher in TrainController gespeicherten Daten zusammengestellt und auf Papier ausgegeben werden.
  • Dr. Railroad Daten-Diagnose: Diese mit künstlicher Intelligenz versehene Funktion hilft Fehler zu erkennen und zu beseitigen (sehr hilfreich speziell für Anfänger)
  • Verschachtelte Bedingungen und Auslöser: Es ist nun möglich, logische Ausdrücke UND, ODER und (neu) NICHT in Bedingungen und Auslösern zu mischen und ineinander zu verschachteln. Dadurch wird das Spektrum der möglichen Lösungen fast grenzenlos erweitert.
  • Unbegrenzte Anzahl von Lokfunktionen pro Lok: Es können nun mehr als neun Lokfunktionen pro Lok eingerichtet werden. Funktionsschalter können nun beliebig hinzugefügt und gelöscht werden. Ihre Reihenfolge kann ebenfalls sehr einfach verändert werden.
  • und vieles andere mehr (mehr auf der Homepage von Railraod & Co (http://www.freiwald.com/seiten/announcement.htm).

Die Installation des neuen Updates verlief, wie bei Railraod & Co gewohnt, vollkommen problemlos.

 

Kurzinfo zur Steuerung (Stand Oktober 2013)

ardware: PC 4×2,4 GHz; 3008 MB Ram

Digitalzentrale ESU ECoS 50000
HSI-88 der Fa. Littfinski
2x 3 A Booster der Fa. Uhlenbrock
Handregler +SmartHand Classic von Railroad & Co
15 Weichendecoder „DEC-4-DC-G“ der Fa. Littfinski
15 Rückmeldemodule mit integrierter Gleisbesetztmeldung „RM-GB-8“ der Fa. Littfinski für 117 Melderabschnitte
3 Rückmeldemodule „RM-DEC-88 Opto“ der Fa. Littfinski (für diskretes Stellpult)
1 Schaltdecoder „SA-DEC-4“ der Fa. Littfinski (Blinklicht, Beleuchtung)
2 Kehrschleifenmodule „NRM805“ der Fa. Rautenhaus3 ECoSDetector der Fa. ESU für 48 Melderabschnitte, davon 12 mit RailCom Rückmeldung

Software: TrainController von Railroad & Co. in der Version 8.0
Digalo (Text to speech engine)
Windows 7 Professional
Stellpult: vollwertiges TrainController Gleisbild-Stellpult auf dem Monitordiskretes Stellpult (ausser Betrieb, weil überflüssig)IPad

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