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Verkabelung beim s88 Rückmeldebus

Kurze Zusammenfassung, was bei der Verwendung des s88 Rückmeldebusses und bei der Verkabelung einer Modellbahnanlage generell zu beachten ist.

s88 Rückmeldungen

Grundsätzlich gilt, dass das s88 Rückmeldesystem besser ist als sein Ruf. Vorallem dann, wenn einige Dinge, die hier kurz aufgelistet sind, beachtet werden (Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit), werden Sie mit dem s88 Rückmeldebus keine Probleme haben.

Verkabelung der Module

Grundsätzlich sollten die Orginalkabel der Hersteller der Module verwendet werden. Diese sind in der Regel mit 2 Metern begrenzt. Falls einmal längere Verbindungskabel (mehr als 2 m) erforderlich sind, sollten abgeschirmte Kabel verwendet werden, wobei die Abschirmung an die Masse der Module anzuschließen ist. Die Verbindungskabel zwischen den einzelnen Modulen weisen im Orginallieferzustand meist eine Länge von 50 – 80 cm auf. Falls die Module zentral montiert werden, sollten die Kabel nach Möglichkeit verkürzt werden.

s88 Kabel niemals parallel zu digitalen Versorgungsleitungen, Verbindungskabeln der Weichenantriebe und anderen Wechselspannungsleitungen (z.B. Beleuchtungen und andere Verbraucher) verlegen. Ein Mindestabstand von 10 bis 20 cm ist zu empfehlen, der absolute Abstand von 2 cm sollte nicht unterschritten werden. Keinesfalls dürfen s88 Kabel in einem Kabelbaum mit den oben genannten Leitungen verlegt werden.

Direkte Kreuzungen, also Isolierung auf Isolierung ist zu vermeiden. Auch hier gilt, dass die Kabel im Abstand von mindestens 2 cm verlegt werden. Hier kann man sich oft mit der Verlegung der Kabel in einer Schlaufe helfen.

S88 Kabel niemals direkt unterhalb und parallel zu den Gleisen verlegen. Gleise sind wie digitale Versorgungsleitungen anzusehen bzw. wirken wie Antennen.

Die meisten s88 Bausteine besitzen einen eigenen Masseanschluss am Modul. Führen sie diesen auf kürzestem und direktem Weg zum nächsten Masseanschluss der Gleise.

Die Module können zentral oder dezentral angebracht werden. Dies hängt von der jeweiligen Anlagenkonzeption und -Größe ab.

Sonstige Verkabelung (gilt generell für die Verkabelung)

Hier ist die Verkabelung zwischen Booster und Modul sowie zwischen Modul und Gleisen gemeint.
Kabel stellen für den elektrischen Strom einen Widerstand dar; je dünner und je länger ein Kabel ist, desto größer ist auch der Widerstand. Stromfluss durch einen Widerstand bedeutet aber auch einen Spannungsabfall, und dieser kann beträchtlich sein. Bei der Situierung der Module sollte daher darauf geachtet werden, dass sich möglichst kurze Verbindungen ergeben und die Kabel einen möglichst großen Querschnitt aufweisen.

Verwenden Sie grundsätzlich Kabel mit ausreichendem Querschnitt. 0,75 mm² stellen das absolute Minimum dar, zu empfehlen sind 1,5 bis 2,5 mm². Bewährt hat sich: 2,5 mm² Booster –> Modul (Ringleitung); 0,75 mm² bis 1,5 mm² Modul –> Gleisanschluss (je nach Abstand Modul –> Schienenanschluss).

Verwenden Sie Kabel, welche aus einzelnen Litzen bestehen, und nicht Drähte. Letztere neigen zu Brüchen, welche in der Folge schwer zu finden sind.

Werden die Kabel mittels Schraubvorrichtung mit den Modulen verbunden (gilt auch generell für Lüsterklemmen), sollten die abisolierten Kabelenden mit Aderendhülsen versehen werden. Diese verhindern auch bei mehreren Schraubvorgängen verlässlich Aderbrüche. Aderendhülsen sind der Verlötung der Adern vorzuziehen.

Ein Wort zur Ringleitung: Die Ringleitung wird als dicke Verbindung ausgeführt, wobei die Enden miteinander verbunden werden. Die Ringleitung kann an jeder beliebigen Stelle „angezapft“ werden. Dazu sollte allerdings die Leitung nicht durchtrennt werden. Es gibt zwei Lösungen: Das Kabel abisolieren, daran das Kabel der abzweigenden Leitung anlöten und die Lötstellen wieder sauber isolieren. Besser ist die Verwendung von Abzweigverbindern (im Elektronikhandel erhältlich). Diese werden an der gewünschten Stelle einfach mit einer Kombizange an die Ringleitung angepresst, ohne dass das Kabel abisoliert werden muss.

Weitere Tipps

Verwenden Sie Rückmeldemodule mit integrierten Optokopplern. Bei diesen Modulen treten keine Störungen auf, weil keine Kabelverbindung zwischen den Gleisen und dem s88 Bus besteht.

Verwenden Sie für die Versorgung der Booster Transformatoren mit ausreichender Leistung (Empfehlungen der Digitalhersteller beachten). Ein ausreichend dimensionierter Transformator sollte eine Leistung von mindestens 75 VA (Volt/Ampere) haben.

Falls wider Erwarten doch einmal eine Störung vorliegen sollte, könnte auch folgendes der Grund sein:

Die Benutzung eines Mobiltelefones im Modellbahnraum. Selbst wenn nicht telefoniert wird, senden diese von Zeit zu Zeit kurze Impulse aus, die im s88 Bus eine Störung verursachen können.

Das Aus- und Einschalten von Leuchtstoffröhren im Modellbahnraum kann ebenfalls zu kurzzeitigen Störungen führen.